Wir haben uns in Der M-Modus für Beginner...? damit beschäftigt welche grundlegenden Modi eine Kamera hat und in Basics I: Scharfe Fotos mit der Schärfenmessung auseinandergesetzt. Eine weitere Einstellung, der ISO-Wert kann ebenso dazu führen, dass Fotos unscharf wirken: der ISO-Wert. Eine falsche ISO-Einstellung führt zu "rauschigen" Fotos. Was das ist, wie es funktioniert erfahrt ihr hier.

Der ISO-Wert

Nachdem wir die Grundeinstellungen einmal vorgenommen haben bleibt jetzt noch die Belichtung übrig, die ich für jedes Foto einzeln einstellen muss. Dabei kann ich jedes Mal vier Werte einstellen. Einen davon, den ISO-Wert kann man bei Tageslicht -und damit sollte man zu Beginn üben- immer auf ISO 100 lassen. Mit den verbleibenden drei Werten hat man als Anfänger genug zu tun.

Was genau ist aber jetzt der ISO-Wert? Einfach beschrieben ist der ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je höher die ISO desto mehr Licht kann der Sensor pro Zeiteinheit aufnehmen. Bei ISO 400 "schluckt" der Sensor also pro Sekunde mehr Licht als bei ISO 100. Das ist von Vorteil wenn man bei schlechtem Licht fotografieren muss. Nachteil des hohen ISO-Werts: je höher die ISO, desto "grieseliger" oder grobkörniger wird das Bild. Man kennt das von Handys: wenn man damit nachts fotografiert entstehen recht grobkörnige Fotos. Das rührt daher, dass die ISO bei schlechtem Licht automatisch hochgefahren wird. Das passiert übrigens auch, wenn man mit einer Spiegelreflexkamera im Automatikmodus fotografiert. Unter anderem deshalb ist der Automatikmodus böse. Er macht was er will. Die Kreativautomatik "P" bei Canon verhindert deshalb die ISO-Automatik und berechnet nur alle anderen Werte.

Bild bei ISO 100 und 12.800 im Vergleich

Im Bild habe ich mit derselben Kamera , meiner 1100D (Vorgängerin der 1300D) das gleiche Motiv mit zwei ISO-Werten und der Verschlusszeitautomatik bei einer Blende von 7.1 fotografiert. Also fester Blendenwert, Belichtungszeit wird berechnet. Bei ISO 12.800 reicht dem Sensor eine fünfhundertstel Sekunde (1/500) um das Bild zu belichten. Bei ISO 100 benötigt er eine viertel Sekunde. Allerdings sieht das Ergebnis bei ISO 12.800 absolut unbrauchbar aus. Die Grenzen nach oben hängen vom Kameramodell ab und davon wie viel "Grobkörnigkeit", der Fachmann redet von rauschen, man zu akzeptieren bereit ist. Meine 1100D fing bei ISO 1000 an inakzeptabel zu rauschen, meine 70D bei 1600. Das was die Kameras laut technischen Daten an ISO können ist also für die meisten Fotografen ein rein theoretischer Wert. Fast niemand fotografiert ein Bild wie das Beispiel oben mit ISO 12.800. Für einen Anfänger am hellen Tag reicht die Grundeinstellung mit ISO 100.

 


Fotoschule

Ein Teil der Beiträge hier habe ich ursprünglich für einen Freund und Fotografie-Neuling geschrieben. In etwas veränderter Form habe ich sie zu einem Tutorial für Einsteiger zusammengefasst. Hier ein Überblick über die einzelnen "Kapitel", die logisch aufeinander aufbauen.